Neubau
Sporthalle
Kostenexplosion
Haushaltsplan 2017

FDP Stahnsdorf: Zuerst Bedarf klären, dann in den Haushalt

Stahnsdorf, 29. November 2016.

Die FDP Stahnsdorf begrüßt die mehrheitliche Empfehlung des Finanzausschusses, die Finanzmittel für die geplante neue Turnhalle in Stahnsdorf bis auf Weiteres aus dem Haushaltsplan 2017 zu streichen. Hierzu hatte ich auch in meinen Wortmeldungen aufgerufen.

Der zu verabschiedende Haushaltsentwurf berücksichtigte noch eine Investition in Höhe von 3,2 Mio. Euro. Wie sich allerdings im Fachausschuss herausstellte, beläuft sich die derzeitige Kostenschätzung des beauftragten Planungsbüros auf rund 6,5 Mio. Euro. Besonders brisant wurde der Vortrag des Planers im Ausschuss durch die Tatsache, dass die Verwaltung selbst erst im Rahmen der Präsentation von den deutlich höheren Planungskosten erfahren haben will. Die bereits vor Wochen übermittelte Kostenaufstellung fand laut kollektiver Aussage der Verwaltungsmitarbeiter nie ihren Weg in die Postfächer der Verwaltung.

Neben den durch den Haushaltsplan nicht gedeckten Mehrkosten sprechen auch planerische Punkte gegen eine derartige Ausführung. Im Verlauf der Fragerunde der Ausschussmitglieder wurde deutlich, dass sich die Verwaltung und der Planer nur unzureichend über die eigentliche Bedarfssituation ausgetauscht haben müssen. So sind beispielsweise die Flächen neben den Spielfeldern so unzureichend bemessen, dass u.a. Handballer ihre Auswechselspieler nicht am Spielfeldrand platzieren können. Weitere Räumlichkeiten fehlten, um im Rahmen von Veranstaltungen Kuchen und Getränke aufstellen zu können. In Summe wurden noch weitere Details hinterfragt, die nahezu gleichlautend mit "nicht in der Kostenschätzung berücksichtigt" oder "wurde so nicht an uns herangetragen" seitens des Planungsbüros beantwortet wurden.

Einen derartigen Blindflug in puncto Baukosten brauchen wir in Stahnsdorf nicht. Eine Kostenexplosion, wie jüngst bei der Marina in der Nachbargemeinde Teltow, wollen und können wir uns im Haushalt nicht leisten. Den Bau der Turnhalle jetzt im Haushaltsplan 2017 - wissentlich der Unterdeckung - zu verabschieden, wäre grob fahrlässig und wurde von der Kämmerin deutlich angemahnt.

Folgerichtig muss erst der Bedarf abschließend geklärt, danach die Kosten ermittelt, eine Finanzierbarkeit geprüft und erst dann die Investitionssumme im Haushalt eingeplant bzw. nachgetragen werden. Alles andere wäre eine Rolle rückwärts.

"Einen Blindflug in puncto Baukosten brauchen wir in Stahnsdorf nicht. Eine Kostenexplosion, wie jüngst bei der Marina in der Nachbargemeinde Teltow, wollen und können wir uns im Haushalt nicht leisten."

Christian Marc Arnold

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